Nachdem vor zwei Wochen schon die zweite Mannschaft in der Kreisklasse in die neue Saison 2026/27 gestartet ist, war es heute nun an der ersten und der dritten Mannschaft, jeweils in der Zugspitzliga und in der C-Klasse einen guten Saisonstart hinzulegen. Beide Mannschaften spielten daheim im Bürgerhaus Weidach, es war also sozusagen „Full House“, obwohl kein Poker, sondern natürlich Schach gespielt wurde.

Die erste empfing die leicht favorisierten Gäste aus Tölz, die dritte durfte gegen Starnberg IV antreten. Favoriten hin, Favoriten her: was der DWZ-Schnitt in den einzelnen Ligen in dieser Saison zu bedeuten hat, ist gar nicht mal so leicht einzuschätzen. Denn nachdem sich der Deutsche Schachbund im Sommer dazu entschlossen hat, eine Korrekturrechnung für alle Wertungszahlen unter DWZ 2200 in der deutschen Schachgemeinde durchzuführen, um einigen statistischen Anomalien zu begegnen, die sich über die Jahre angesammelt hatten, und auch um die DWZ den internationalen ELO-Zahlen anzugleichen, kennt sich eigentlich niemand mehr so recht mit diesen Wertungszahlen aus. Eine Aussage über die eigentliche Spielstärke der Teams und eine Ergebnisprognose ist daher noch schwieriger geworden, als es eh schon immer war. Vergessen wir also die Zahlen erst einmal. Oder, um es mit GM Hans Niemann zu sagen: „Let the Chess speak for itself!“

Der Kampf der ersten Mannschaft gegen die Tölzer dauerte über fünf Stunden, und war durchaus sehr spannend. Mit unseren erfreulichen Verstärkungen an den oberen Brettern, die zu dieser Saison zu uns gestoßen sind, konnten wir zunächst erfreulich gut punkten: sowohl Nathanael „Nate“ Poysti an Brett 1 als auch Peter Bonhoff an 4 konnten gegen ihre starke Gegnerschaft den vollen Punkt einfahren. Besonders bemerkenswert auch der Sieg von Felix Beck gegen Titelträgerin WFM (Women FIDE-Master) Hannah Kuckling! Unser Neuzugang und vielversprechendes Nachwuchstalent David Prassas mußte hingegen am 3. Brett leider Lehrgeld bezahlen, und verlor seine Partie mit Schwarz gegen seinen nominell deutlich stärkeren Gegner.

An den unteren vier Bretten lief es leider nicht ganz so gut: Hans Höbart (7) und Matthias Schmidt (5) remisierten, während Klaus Grießbach (6) und Peter Schneider (8) ihren jeweiligen Gegnern gratulieren mußten. So stand also nach einem aufregenden Spieltag ein leistungsgerechtes Unentschieden, 4:4 auf dem Spielberichtsbogen. Die Frage, wo wir leistungsmäßig in dieser Zugspitzliga stehen im Vergleich zu den anderen Mannschaften, mit so vielen Spielern mit neuer bzw. korrigierter DWZ: diese Frage konnte also heute noch nicht so recht beantwortet werden, und muß deshalb auf die folgenden Spieltage vertagt werden. Was die Liga in dieser Saison noch zusätzlich spannend macht: ein Teamsieg zählt wieder zwei Mannschaftspunkte (statt drei, wie in den vorigen Saisons); d.h. zwei Remis sind wieder einem Sieg gleichwertig. Beim Rennen um die Aufstiegsplätze kann es also wieder sehr enge Entscheidungen geben.

Vom Spieltag der dritten Mannschaft gegen Starnberg IV gibt es vom Mannschaftsführer Hermann Weidner folgenden Bericht:

Kein Saisonauftakt nach Wunsch

Am 11. Oktober hatte die C-Klasse-Mannschaft von Wolfratshausen die Spieler vom SK Starnberg IV zu Gast. Die gute Nachricht gleich am Anfang: statt zu viert kamen die Gäste nur mit drei Spielern, gaben das Spitzenbrett kampflos verloren: 1:0 schon einmal als Startguthaben.

Die drei verbleibenden Spiele hatten zwei Dinge gemeinsam: alle spielten Damengambit, und alle gingen über knapp 30 Züge. Das kann man aber unterschiedlich schnell spielen. Der Jüngste, Arya Tripathy startete auf Brett 4 flott und spielte zügig weiter. Dabei übersah er eine drohende Fesselung seiner Dame, die sein Gegner durch ein seitliches Schlagen mit einem Bauern aktivierte: 1:1 nach etwa 45 Minuten. Auf Brett 2 konnte der Gegner von Gerit Knackfuß bis zu diesem Zeitpunkt einen Isolani zwei Reihen vor dem Umwandlungsfeld positionieren und mit einem Läufer sichern. Damit war das Thema für den Rest der Partie gegeben. Nach knapp zwei Stunden Spielzeit mussten beide Türme von Gerit wegen des Abtauschs von zwei Figuren die Grundlinie verlassen, ein gegnerischer Turm drang mit Schachgebot ein, das Umwandlungsfeld war gesichert: 1:2. Die Entscheidung lag nun bei Adam Berger auf Brett 3. Er konnte ziemlich bald einen zentralen Bauern des Gegners erobern, stand allerdings mit seinen Figuren am Damenflügel eingeengt und etwas passiv. Potenziellen Chancen des Gegners kam er nach 2½ Stunden Spielzeit mit einem Remis-Angebot zuvor, das gerne sofort angenommen wurde: mit dem Ergebnis von 1½ : 2½ hält WOR III nach der 1. Runde das Schlusslicht in der Tabelle.

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