Das Bürgerhaus in Weidach sah heute zur 2. Runde der Kreisliga 2026/27 wieder einen spannenden und knappen Mannschaftskampf. Wir hatten die Schachfreunde vom TSV Gilching-Argelsried zu Gast, die vom DWZ-Schnitt her durchaus zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen sind.

Daher muß man wohl, trotz der 2,5 : 3,5 Niederlage, den positiven Aspekt herausheben, daß es uns zum einen gelang, das Match lange offen zu halten – bis eine Stunde vor Ende schien tatsächlich noch jeder Ausgang möglich. Und zum anderen machen wir aus der Not, daß nicht immer alle unsere Spitzenbretter/-spieler zur Verfügung stehen eine Tugend: wir führen in der zweiten Mannschaft unsere jugendlichen Mitglieder und unsere Neuzugänge systematisch an Mannschaftskämpfe gegen starke Gegner heran, sodaß diese in schwierigen und anspruchsvollen Partien lernen und Erfahrungen sammeln können, um stärker zu werden.

So kamen auch an diesem Spieltag mit Nicola Reichert an Brett 5 und David Kersten an Brett 6 gleich zwei unserer talentierten und vielversprechenden Nachwuchskräfte zum Einsatz. David lieferte dabei einen zähen Verteidigungskampf, nachdem er in einer Eröffnungsvariante der Sizilianischen Verteidigung, die ihm bisher wohl nicht ganz so vertraut war, in materiellen Nachteil gekommen war, und hätte allein wegen des ausdauernden Widerstands ein Remis verdient gehabt. Sein Gegner sah das jedoch anders, und spielte stark und fehlerfrei zu Ende: 1:0 für die Gäste aus Gilching! Nicola hingegen konnte in einer toll geführten Partie, in der er schon früh besser stand und am Ende mit zwei Türmen und einem Läufer gegen die gegnerische Dame materiellen Vorteil hatte, seine überlegene Stellung realisieren und den vollen Punkt einfahren! Damit 1:1 Ausgleich.

Robert Weiß am 3. Brett hatte hingegen ein sehr schwieriges Mittelspiel: sein Gegner hatte einen Turm sehr dominant auf die 7. Reihe gebracht, und ließ sich bis ins Endspiel diesen Vorteil nicht mehr nehmen, sodaß das Endspiel leider nicht mehr zu halten war, und Robert die Waffen strecken mußte.

Am Spitzenbrett spielte Niels Hamann mit den schwarzen Steinen gegen den DWZ-stärksten Gilchinger Spieler, und die Partie war sehr kämpferisch und sah lange Zeit völlig offen aus. Allerdings muß dann irgendwann im weiteren Partieverlauf irgendetwas fürchterlich schief gelaufen sein, denn beim nächsten Hinsehen, viel später, und bei mittlerweile gelichtetem Material war Niels dann plötzlich Matt auf der Grundreihe. Schock! Wie das genau passiert ist: ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, da ich mit meiner eigenen Partie mehr als ausgelastet war, und auch Alexander, der ebenfalls noch spielte, hatte die entscheidende Wendung nicht mitgekriegt. Nun lag Gilching also 3:1 vorne, und hatte damit ein Mannschaftsremis schon sicher. Um den Mannschaftskampf nicht zu verlieren, hätten nun Mannschaftskapitän Alexander Hörl (4) und ich selbst an Brett 2 gewinnen müssen! War das noch möglich?

Leider nein! Zwar hatte Alexander nach schönem Angriff am Königsflügel eigentlich eine klare Gewinnstellung, aber wie das im Schach mit „klaren“ Gewinnstellungen nun mal des öfteren so ist: der Gegner hatte etwas dagegen, wehrte sich nach Kräften, und es gelang Alexander leider nicht, den Sack zuzumachen. Am Ende mußte er sich mit einem sogar etwas glücklichen Remis begnügen.

Damit hatten die Gäste das Match gewonnen, und ich konnte nun in der letzten laufenden Partie des Tages (wie immer… 😉 Wieso spiele ich eigentlich immer am längsten?) befreit aufspielen, um noch etwas Ergebniskosmetik zu betreiben. Zu meiner großen Freude gelang mir das auch: mit Weiß in einer lange geschlossenen, schwerblütigen und positionellen Sizilianischen Verteidigung kämpfend, reichte mir ein strategisch etwas schwächerer Zug meines Gegners, um in Vorteil zu kommen: er schloß (als Schwarzer) mit dem Bauernzug c5-c4 das Zentrum ab, und danach waren seine beiden Läufer „tot“! Hätte er die Zentrumsspannung aufrecht erhalten, hätte ich weiterhin unter Druck gestanden, aber nun hatte ich die deutlich bessere Stellung, die ich schließlich in einem sehr interessanten Leichtfiguren-Endspiel mit zwei Springern gegen seine zwei Läufer und beiderseits zwei Bauern gewinnen konnte.

Also, leider insgesamt mit 2,5 : 3,5 verloren, aber ich hatte trotzdem den Eindruck, alle hatten einen sehr unterhaltsamen und spannenden Sonntag-Vormittag, und alle waren mit echtem Kampfgeist und Lust am Schach bei der Sache, und freuen sich auf den Rest der Saison, wo wir hoffentlich noch etwas Boden gutmachen werden!

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