Knut Schallöhr (links) gewinnt in einem trickreichen Finale gegen Emeric Dupont

Unsere 2. Mannschaft steuert in der A-Klasse auf Aufstiegskurs! Mit einem deutlichen 5,5 – 0,5 Heimsieg gegen die Schachfreunde Windach II wurde heute die Tabellenspitze erobert, und wir hoffen, dass es uns gelingt, diese Position bis zum Ende der Saison zu behaupten.

Mannschaftkapitän Alexander Hörl mußte diesmal aufgrund eines privaten Termins aussetzen, dafür standen uns heute Renato Wittstadt an Brett 1 und Hermann Weidner an Brett 6 zur Verfügung.

Leider konnten die Windacher heute ihr 1. Brett nicht besetzen, was aus sportlicher Sicht immer sehr schade ist, wenn so etwas passiert. Renato konnte also nach Verlesen der Mannschaftsaufstellungen und nachdem er dem restlichen Team viel Erfolg gewünscht hatte, unverrichteter Dinge, aber dafür mit einem kampflosen Punkt für uns in der Tasche wieder nach Hause fahren.

Die Partien an den restlichen fünf Brettern waren heute lange sehr hart umkämpft. Den ersten am Brett erspielten Punkt holte Niels Hamann an Brett 2 nach 3,5 Stunden Spielzeit (!) mit einem schön herausgespielten Sieg mit den weißen Steinen. Eine Viertelstunde später einigte sich euer Berichterstatter Peter Schneider mit Schwarz am dritten Brett mit seinem Gegner Alois Findl in einer völlig ausgeglichenen Endspielstellung auf ein Remis. Wir hatten schon vor zwei Wochen in der Zugspitzliga mit gleichen Farben die Klingen gekreuzt, und das Ergebnis war ebenfalls ein ausgekämpftes Remis im Endspiel.

Der Spielstand somit also 2,5 – 0,5 für uns, aber der „Rest“ war keineswegs Formsache! An den Brettern vier bis sechs dauerte der epische Kampf noch weitere 90 Minuten, bis das Endergebnis feststand, was nicht zuletzt daran lag, dass teils sehr ungewöhnliche Materialverteilungen auf dem Brett waren.

Knut hatte den (kleinen) Materialvorteil von Dame gegen zwei Türme, aber sein Gegner erfand noch einige trickreiche Wendungen (siehe Beitragsfoto), um sich womöglich in ein Dauerschach zu retten. Die kiebitzenden Mannschafskollegen fieberten sichtlich mit! Aber es gelang Knut, allen Gefahren auszuweichen, und mit seinem eigenen König aggressiv und letztendlich entscheidend auf dem Königsflügel vorzurücken, um die eigenen Dame im Schlussangriff zu unterstützen, der tatsächlich in einem Matt für Knut endete!

Hermann hatte in seiner Partie zunächst einen Läufer mehr, gegen drei verkettete Bauern des Gegners. Im weiteren Verlauf mußte er aber bei Auflösung der Bauernkette den Läufer gegen wiederum diese drei Bauern zurückgeben, behielt aber ein vorteilhaftes Turmendspiel auf dem Brett. Es gelang ihm nach langem und zähem Widerstand seines jungen Gegners, in mühevoller Kleinarbeit diesen Vorteil zunächst in einen Bauerngewinn umzumünzen, und schließlich dieses Endspiel siegreich nach Hause zu bringen.

Hermann Weidner (rechts) holt den vollen Punkt gegen Anton Lindner

Am spannendsten war über den gesamten Verlauf die letzte beendete Partie von Robert Weiß mit der gleichnamigen Farbe 😉 am vierten Brett. Robert hatte schon früh eine Figur geopfert, um den in der Mitte steckengebliebenen schwarzen König mit einem fulminanten Angriff zur Strecke zu bringen. Allerdings verteidigte sich sein Gegner äußerst aufmerksam und verschanzte seinen König in der Brettmitte in einem Kokon aus eigenen Figuren, wobei insbesondere der zentralisierte schwarze Springer exzellente Defensivarbeit leistete und immer die entscheidenden Mattfelder abdeckte. Und so war längere Zeit gar nicht klar, wer in diesem Schlagabtausch die Oberhand behalten würde. Der Angriff brachte Robert immerhin drei Bauern für die geopferte Figur ein, und so war am Ende ein äußerst interessantes Endspiel von Springer + zwei Bauern auf der Seite von Schwarz gegen fünf Bauern von Weiß auf dem Brett. Letztlich konnte der einsame tapfere schwarze Springer die am Königsflügel und im Zentrum vorrückenden weißen Bauern nicht mehr aufhalten, und Roberts Gegner reichte die Hand zur Aufgabe!

Die Ergebnisse des heutigen Spieltages gibt es hier mit allen Details beim Schachkreis Zugspitze.

Die Spannung in der A-Klasse bleibt hoch: selbst der Tabellensiebte Weilheim III ist mit nur drei Punkten Rückstand noch in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass nach der heutigen 5. Runde die Breite in der Spitze dichter geworden ist… 😁

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